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Ernüchternder Auftakt für die Black Stars

Statt dem Sprung über den Strich blieb dem Basler Quartierverein nur Frust. Die Black Stars verlieren gegen den Nachwuchs des FC Zürich 0:3 (0:1) und haben jetzt zuerst einmal in den Rückspiegel zu schauen.

Sie hatten sich so viel vorgenommen. In der Hinrunde siegten die Basler in Zürich 2:0 und vor Beginn der Winterpause blieben sie in vier Partien ohne Niederlage. Dass in den zehn Vorbereitungspartien vieles noch nicht so zusammenpasste, wie es sich der Trainer erhoffte, beunruhigte nicht. Wenn es zählt, sei man bereit. So der Grundtenor auf dem Buschweilerhof. Das Spiel entwickelte sich dann jedoch so, wie man die letzte Testpartie an gleicher Stätte gegen Old Boys Basel in Erinnerung hatte.

Black Stars übernahm das Spieldiktat, versuchte die Zürcher unter Druck zu setzen. Die jedoch standen gut, hatten Atdhe Rashiti dessen gesamte Spielzeit im Griff und oft erfreute sich Sülejman Türkes, der ein grosses Laufpensum auf den Kunstrasen legte, einer Doppelbewachung. Gianni De Nitti im Tor des FCZ hatte selten einzugreifen. Etwas mehr Arbeit, aber auch keine glasklaren Aktionen unterbinden musste auf der Gegenseite Steven Oberle. Für Aufregung sorgte vor allem der 20-jährige Kedus Haile Selassie. Er suchte in zwei Situationen auch den Penaltypfiff, doch Désirée Grundbacher, die eine gute Leistung zeigte, liess sich nicht dazu verleiten. Mühe bekundete Neuzugang Gabriele Levante auf der linken Defensivseite. Er verlor etwas viele Zweikämpfe. Vermutlich war es Nervosität, denn in der zweiten Hälfte war er im Spiel und liess nichts mehr zu. Selbst als ihn Lenny Janko an der Seitenlinie abräumte, liess er sich nicht davon beeindrucken. Aufgrund der Aktionen rund um die Tore war die Führung der Gäste in Ordnung, allerdings war der Treffer in der 38. Minute einer jener Sorte, die man als unnötig bezeichnet. Der FCZ machte einen kurzen Eckball und die Hereingabe beförderte Haile Selassie am nahen Pfosten vorbei ins Tor.

«Wir hatten uns in der Kabine einiges vorgenommen, wie wir die zweite Spielhälfte bestreiten wollten. Verloren war das Spiel ja noch nicht», meinte Oberle. Doch statt den Ausgleich zu erzielen, geriet man weiter in Rücklage. In der 48. Minute fiel Haile Selassie nach einer Berührung mit Ricardo Silva. Ein Elfmeter der Marke «clever gemacht». Haile Selassie setzte das Spielgerät nahe am linken Pfosten vorbei ins Tor. Nun wurde die Aufgabe schwierig(er). Das Heimteam hatte in der 53. Minute bei einem schönen Schuss von Türkes seine beste Aktion. De Nitti lenkte den Ball reaktionsschnell zur Seite. In der 75. Minute nahm dann Bakovic einen dreifachen Wechsel vor. Auf dem Platz blieb der gewollte Effekt allerdings aus. Es gelang nicht, die Zürcher in dessen Defensivbereich zu Fehlern zu zwingen. Ja das Gegenteil war der Fall. In der 79. Minute drosch Luka Frei ein weites Zuspiel aus dem Mittelfeld volley ins Tor. Oberle war machtlos. In den Schlussminuten kam Black Stars dann noch zu zwei, drei Abschlüssen, hatte da aber auch kein Wettkampfglück.

Der Sieg der Gäste geht in Ordnung, allerdings ist das Ergebnis zu hoch ausgefallen. Black Stars hat Potenzial für ein besseres Abschneiden. Nur muss man sich jetzt zuerst rückwärts orientieren, obwohl zu Platz sechs, den man im Auge hat, nur zwei Punkte Abstand bestehen. Ob es bereits am kommenden Samstag besser wird? Dann muss Black Stars nach Bern, zum unbestrittenen Tabellenführer Breitenrain.

Von Sülejman Türkes werden Tore erwartet. Doch nach seiner Verletzung braucht er noch Zeit. Er war allerdings ein positiver Faktor im Spiel der Basler, lief viel und versuchte Löcher in die gut stehende Defensive zu reissen. Entsprechend enttäuscht war er nach Spielschluss. «Wir hatten auch unsere Chancen, machte leider nichts daraus. Wir waren allerdings zu wenig präsent in der Hälfte des Gegners und machten zu viele Fehler. Zudem hatten wir zu wenig Geduld beim Spielaufbau, verloren so zu oft den Ball. Das frühe Gegentor nach der Pause war ein Genickschlag, da waren wir angezählt, aber wir gaben nie auf.» Steven Oberle nahm die Spieler nach dem Abpfiff zusammen. Bei der Spielerbank wurde das Ergebnis kurz besprochen. «Das heute war ein Ebenbild der Vorbereitung. Wir waren zu wenig kreativ, pushten uns gegenseitig zu wenig. Wir müssen auch als Team stärker werden, müssen aus dieser Niederlage lernen, ja, generell müssen wir immer wieder dazulernen, dann werden wir stärker. Qualität ist ja vorhanden.» Auf den Samstag angesprochen meinte er: «Wir müssen uns etwas einfallen lassen.»