, Jordi Küng

Der Rückrunden-Auftakt ist gänzlich missglückt

Der FC Black Stars verlor gegen die U21-Equipe des FC Zürich mit 0:3 (0:1).

Was aufgrund der «durchzogenen» Testpartien zu erwarten war, traf am Samstag­nachmittag um 17.50 Uhr ein. Eine spielstarke FCZ-Nachwuchsmannschaft wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und kam zu einem ungefährdeten Erfolg gegen einen Gastgeber, dem es zwar nicht am Willen, aber an der Substanz fehlte.

Es ist müssig darüber zu diskutieren, ob es U21-Teams in der Yapeal Promotion League braucht. Ob es «gerecht» ist, wenn Jungprofis, die sich 24 Stunden am Tag dem Fussball (verbunden mit Erholung, Pflege, Physio) widmen können, gegen Amateure antreten. Ge­gen Spieler, die 40 und mehr Stunden die Woche arbeiten, dennoch drei- bis viermal trai­nieren und im besten Falle «Spesen» erhalten, während alle U21-Akteure des FC Zürich alle bereits Profiverträge im höheren vierstelligen Bereich haben. Bei Rot-Blau soll es eini­ge geben, die einen fünfstelligen Monatslohn nach Hause bringen.  

Es war nicht so, dass der FCZ eklatant überlegen war. Aber in allen Bereichen war der Gast von der Limmatstadt um jene Nuancen besser, welche zuletzt zum sicheren und dis­kussionslosen Erfolg führen. Es war Kedus Haile Selassie (20) vergönnt, kurz vor der Halbzeitpause und wenig Minuten nach Wiederanpfiff mit zwei Toren (davon eines auf Elf­meter) die Weichen für drei Punkte zu stellen. Der gebürtige Aethiopier, der Schweizer Staatsbürger ist und seit Kindheit beim FC Zürich spielt, war ein steter Unruheherd. Kein Wunder, dass der schnelle Aussenspieler mit Abschlussqualitäten in der Super League be­reits zu einigen Teileinsätzen gekommen ist. Wie andere Teamkollegen auch.

Auf Erfahrungen in der höchsten Spielklasse können die «Blackstarianer» nicht zählen. Die Mannschaft lebt vom Kollektiv, vom Kampfgeist und ihrer Solidarität. Tugenden, die gegen Zürich durchaus zu sehen waren. Aber wenn es substanziell einfach nicht reicht, dann darf man den «Schwarz-Sternen» keinen Vorwurf machen. In 90 Minuten erspielten sich die Platzherren gerade zwei halbwegs gute Einschussmöglichkeiten (53. und 87.), wobei ein allfälliges Anschlusstor die Partie wohl wieder «offener» gemacht hätte. 

Am nächsten Sonntag geht es zum ungeschlagenen Leader FC Breitenrain. Die Berner sind DAS Ueberraschungsteam der Saison. Eine Equipe ohne grosse Namen aber mit vie­len Tugenden. Der FCBS geht als Aussenseiter ins Bernbiet – aber jede Serie hat einmal ein Ende. Warum nichts sonntags, wenn der FC Black Stars für den Coup sorgen könnte und mit drei Punkten heim auf die «Blägg-Matte» zurückkehrt.

FC Black Stars Basel – FC Zürich U21     0:3 (0:1)

Sportplatz Buschweilerhof. - 200 Zuschauer: - SR: Grundbacher. - Tore: 38. Haile-Selassie 0:1. 49. Haile-Selassie (Foulpenalty) 0:2. 79. Frei 0:3.

Black Stars: Oberle; Erçin, Edwige, Silva, Levante; Jankowski (59. Ouedraogo), Spataro (75. Fi­scher), Adamczyk (75. Fazlija), Ferreira (75. Babovic); Türkes, Rashiti (81. Hänggi).

Zürich U21: De Nitti; Hodza (89. Erdin), Wallner, Montolio, Gloor; Sailer; Rodriguez (86. Morina), Reichmuth; Janko (64. Kissling), Haile-Selassie (89. Hanke), Frei (89. Fuchs).

Bemerkungen: Black Stars ohne Covella, Mumenthaler, Mushkolaj, Muzangu, Rapold, Zunic (alle verletzt) sowie Kaufmann, Spaqi (beide gesperrt) und Rosenblatt (kein Aufgebot). - Zürich ohne Denoon, Kägi, Sabotic (alle verletzt), Aversa (krank), Bajrami (Nationalmannschaft), Guzzo und Riedi (beide kein Aufgebot). – Verwarnungen: 52. Reichmuth, 58. Janko (beide Foul), 58. Oberle (Reklamieren).