FUSSBALL Nepple Basler Cup
Drittligist Black Stars verlor das Halbfinal-Spiel gegen Möhlin-Riburg mit 2:4 und dies trotz einer 2:0 Halbzeit-Führung. Die Basler hielten sich beachtlich und dürfen stolz sein auf ihre Leistung. Alleine der Umzug vom Buschweilerhof (Kunstrasen wird ersetzt) auf den grossen Naturrasen des Rankhofs zog dem Team den Zahn. Die Equipe aus Möhlin scheint den Zwick an der Geissel zu brauchen, bis die Handbremse gelöst werden kann.
Nein, Moral holte die Equipe von Dominik Müller am Samstag in der Meisterschaft bei der Heimniederlage gegen Amicitia Riehen nicht. Das sei aber kein Problem, meinte der Trainer vor dem Spiel, denn Cup sei Cup. Anscheinend aber doch nicht. Knappe zwei Minuten waren gespielt, da wurde Luciano Covella angespielt und der liess Torhüter Fabio Lapadula keine Abwehrchance. Da war er, der Start nach Mass, wie ihn sich die «Sterne» so sehr wünschten. Die Gäste spielten verhalten, fehlerhaft und kamen oft einen Schritt zu spät. Lorenzo Virvigli sorgte für Gefahr dank seinem Tempo und Lauffreude. Nach einer halben Stunde beförderte Massimo Calcaterra, Captain der Aargauer, den Ball unnötig in Corner. Resul Naipi zog die Kugel auf das vordere Fünfereck, wo Ugur Tinas das Spielgerät vor Lapadula ins Netz wuchtete. Die Freude bei Schwarzweiss war riesig. Man müsse jetzt die Führung in die Kabine bringen, dann sei man auf dem Weg in den Final, riefen sich die Spieler zu. Doch die Minuten bis zum Pausenpfiff hatten es noch in sich. Zuerst musste sich Black-Hüter Sebastien Rosenblatt mächtig strecken, um nach einem Schuss von Dajan Markovic den Ball noch um den Pfosten zu lenken. Nach dem Eckball blieben gleich drei Aargauer im Strafraum liegen und Fitim Dauti lancierte einen Konter. Er schoss jedoch zu früh und was heraus kam war weder Fisch noch Vogel. «Diesen Konter hätten wir besser spielen müssen. Wenn wir da das 3:0 machen, hätten wir kaum eine solche Wende erlebt», meinte Captain Bardh Dauti, der zusammen mit Lorik Xheladini das Zentrum in der Abwehr lange gut dicht machte.
Standards für die Wende
Seine Augen glänzten vor Freude. Calcaterra war nicht überrascht, dass man nach der Pause ein ganz anderes Möhlin sah. «Es scheint, als brauchen wir einen auf den Deckel. Das war schon beim 5:2 Erfolg in Basel gegen die Old Boys so. Da gerieten wir auch nach zwei Minuten in Rückstand.» Auf die Frage, was denn der Auslöser für die Wende war, meinte er: «Das Gespräche in der Kabine. Wir machten uns bewusst, dass wir noch eine Spielhälfte vor uns haben, um in den Final zu kommen, um Geschichte zu schreiben.» Und Möhlin wurde stärker. In der 54. Minute zog Dajan Markovic aus der Distanz ab und Rosenblatt glänzte mit toller Parade. In der 56. Minute wurde ein Tor von Fitim Dauti wegen Abseits aberkannt. Zwei Minuten darauf verfehlte der Ball nach einem Schuss von Gabriel Waldburger das Tor nur knapp. Dann setzte sich Virvigli den Ball für einen Freistoss. Er traf in der 60. Minute zum Anschlusstor! Jetzt waren die Gäste kaum mehr zu halten. Fünf Minuten später schlenzte Philipp Schmid den Ball herrlich in die weitere Ecke zum 2:2. Vom Resultat her war alles offen. Allerdings bekam man mehr und mehr den Eindruck, als seien die Basler platt. Es gelang ihnen auf dem grossen Feld nicht, die Gäste in Zweikämpfe zu verwickeln und sich selbst durch gewonnene Fights zu pushen, wie das so oft auf dem Kunstrasen der Fall war. Die Black Stars versuchten das Tempo aus dem Spiel zu nehmen, versuchten es mit langen Bällen oder dann mit sicherem Kurz-Pass-Spiel. Gefahr konnte aber keine mehr kreiert und die Aargauer auch nicht wirklich gestoppt werden. Nach einem Schuss von Filip Markovic flog Rosenblatt und wehrte den Ball ab. Es war so ein Tag, wie ihn sich Goalies nicht wünschen. Rosenblatt machte so viel gut und dann kassierte er zwei Gegentreffer, bei denen er keine gute Figur machte. In der 73. Minute schoss Dajan Markovic den Ball aus halblinker Position über die Zweimann-Mauer unter die Latte zum 3:2. «Als wir in Führung gingen wusste ich, dass wir auf dem Weg ins Endspiel waren», erklärte Calcaterra. Möhlin hatte nun mehr Raum und weniger Gegenwehr. «Es wurde hart. Die Führung ist weg, du gerätst in Rückstand, kannst aber nicht mehr entscheidend reagieren», meinte Bardh Dauti. In der 84. Minute eroberte Thomas Kym an der Strafraumgrenze den Ball und nach seinem Schuss rutschte das Spielgerät Rosenblatt durch die Beine. Grosser Jubel bei Spielern und mitgereistem Anhang. Es hätte noch krasser kommen können, denn zwei Minuten später schoss Waldburger den Ball an den Pfosten. «Schade. Wir hatten so gut begonnen. Aber Möhlin wurde stärker und dann geht es plötzlich nicht mehr. Wir haben es versucht. Jetzt konzentrieren wir uns noch auf die Meisterschaft.» Untröstlich war Torhüter Rosenblatt. Er wurde von Steven Oberle, dem Goalie des Promotion League Teams, getröstet. Einen Wunschgegner haben die Aargauer keinen, zumindest offiziell nicht. Doch dann war zu hören, dass Muttenz ihnen besser liege. «Wir freuen uns in erster Linie, dass wir im Final stehen.» Calcaterra ist überzeugt, dass es am 18. Juni in Reinach sehr viele Fans von Möhlin-Riburg haben wird.