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In Unterzahl den Siegestreffer erzielt

Jordi Küng 03.11.2019

Der FC Black Stars gewinnt in St. Gallen beim SC Brühl mit 2:1 (1:1).

 

Im letzten Meisterschaftsspiel der Vorrunde kam der Aufsteiger zu einem feinen Auswärtssieg, der zwar «zeitlich» glücklich ausfiel, jedoch aufgrund der spieleri­schen Dominanz als verdient zu werten ist.

 

 

Die Partie in der Ostschweiz hat(te) für Black-Stars-Sportchef auch, oder vielleicht vor al­lem, eine emotionale Komponente. Das ist familiär bedingt und so gab es ein kulinarisches Vorspiel, das die «Hardcore»-Anhänger des FC Black Stars in einem Restaurant genies­sen durften. Merci!

 

Der SC Brühl ist vielleicht mit dem 1. FC St. Pauli zu vergleichen. Dass die «Brühler» einst in der Ostschweizer Metropole die Nummer 1 waren, werden nur noch ältere Semester wissen, die sich an die 60er-Jahre erinnern können (wie der Chronist). Bereits der Name der Spielstätte zeigt, dass Brühl St. Gallen sich «mehr als nur Fussball versteht». Wer eini­germassen belesen ist und die Geschichte der 30er- und 40er-Jahre kennt, weiss, was ge­meint ist.

 

Mehr als «nur Fussball»...

 

An dieser Stelle verweisen wir sehr gerne auf die superbe Homepage der Gastgeber (www.scbruehl.ch), die bereits kurz nach Abpfiff mit einem feinen, fairen und objektiven Matchbericht aufwarten konnte. Im Gegensatz zu anderen Vereinsseiten, welche eine gar dicke Klubbrille tragen. Wir erlauben uns die Anmerkung, dass die «Schwarz-Sterne» in dieser Hinsicht mit Brühl eine Einheit bilden!  

 

Der Titel des Matchberichtes aus St. Galler Sicht lautet «Wo bleibt die Brühler Heim­stärke?». Gut, in den letzten Wochen hätte man dies auch vom Neuling aus Basel sagen können, der sich – primär zuhause – mit dem Siegen sehr schwer tat. Im legendären Paul-Grüninger-Stadion zeigte der FCBS jedoch sein «Sonntagsgesicht», auch wenn der Ver­gleich am Samstagnachmittag stattfand.

 

Auf Rückstand sofort reagiert

 

Die Führung der Brühler irritierte die Black Stars in keiner Art und Weise. Der Ausgleich war die Folge einer Phase, in der die Basler andeuteten, dass sie substanziell die bessere Elf waren. Riccardo Silva lenkte einen wuchtigen Schuss von Antonio Fischer mit dem Ab­satz ab (ein veritables Hacken-Tor). Und auch der Platzverweis gegen Mergim Ahmeti brachte den Gast vom Rheinknie nicht aus dem Konzept. Noch ein Wort zum Ausschluss: Regeltechnisch mag die rote Karte «vertretbar» sein. Die erste Verwarnung war korrekt, doch eine zweite Gelbe wegen eines harmlosen Dutzendfoules – da fehlt dem ansonsten gut pfeifenden Referée das «Fingerspitzengefühl».

 

Auch eine Punkteteilung wäre gerecht gewesen, wiewohl der FC Black Stars zu jedem Zeitpunkt konstruktiv und oft kreativ die Offensive suchte. Das erforderte vom Personal von Cheftrainer Samir Tabakovic ein enormes Laufpensum – und das im Spätherbst bei ei­nem guten, wenn auch tiefen Terrain.

 

 

Siegtreffer in der 93. Minute  

 

Und dann kam eben die Nachspielzeit. Die für den Platzklub sich als fatal erweisen würde. Zuerst hatte Brühl, nach einem Eckball, noch die Möglichkeit, selber das 2:1 zu erzielen. Und mit dem allerletzten Konter… war es Einwechselspieler Seydou Kiendrebeogo ver­gönnt, den vielumjubelten Siegestreffer zu erzielen. Dass der Verlierer mit dem Schicksal haderte, ist verständlich. Denn dem SC Brühl passierte es zum zweiten Male in Folge, dass sie in Überzahl eine Partie noch verloren…  

 

Der Aufsteiger Black Stars beendet die Vorrunde in der «Cerutti Il Caffè Promotion League) mit sagenhaften 25 Punkten auf dem 4. Rang – in Tuchfühlung mit dem FC Stade Nyonnais und Absteiger FC Rapperswil-Jona. Nur der souveräne Leader Yverdon Sport FC ist entrückt (12 Punkte Vorsprung auf «Blägg»).  

 

Noch stehen zwei Matches an – am nächsten Samstag das Derby gegen den Nachwuchs des FC Basel, bevor das Fussballjahr 2019 mit dem Heimspiel gegen den SC Cham been­det wird. Wir wagen die Behauptung, dass der FC Black Stars auf einem einstelligen Ta­bellenplatz überwintern wird – und seinen Blick im Frühling 2020 nach vorne richten kann. Als (überraschender?) Aufsteiger bereits im November den Ligaerhalt gesichert zu haben, ist eine grandiose Leistung, welche Klubtechniker, Trainerstab und Mannschaft erreicht ha­ben. Bravo!      

 

FC Brühl St. Gallen – FC Black Stars Basel 1:2 (1:1)  

 

Paul-Grüninger-Stadion. - 692 Zuschauer. - SR: Gianforte. - Tore: 10. Pizzi 1:0. 27. Silva 1:1. 93. Kiendrebeogo 1:2.  

 

Brühl: Berisha; Kucani, Izmirlioglu, Atila, Gebert; Franin (65. Lovakovic; 84. Vanin), Holenstein, Abegglen; Titaro (57. Huber), Anic (85. Eberle), Pizzi.  

 

Black Stars: Oberle; Mumenthaler, Silva, Sevinc, Fischer; Covella (72. Babovic), Adamczyk (45. Alic), Uruejoma, Ahmeti; Zarate (72.Kiendrebeogo); Gaye (90.Delija).  

 

Bemerkungen: Brühl ohne Degen, Lazraj, Riedle, Salija (alle verletzt) sowie Pellegatta (rekonva­leszent). - Black Stars ohne Dünki (verletzt) sowie Gomes und Shillova (kein Aufgebot). - Verwar­nungen: 38. Ahmeti (Foul), 61. Franin (Foul) und 87. Vanin (Foul). - Platzverweis: 66. Ahmeti (2. Verwarnung nach erneutem Foulspiel).