FC Black Stars 1907
 
, eh

Nach der Pause ging auf dem Buschweilerhof die Post ab

Leader Black Stars besiegte zuhause den FC Solothurn 4:2 (1:0) und verteidigt, punktgleich mit Delémont, die Tabellenspitze. Der FC Solothurn bestimmte allerdings die Gangart in der ersten halben Stunde. Ein Treffer von Enis Fazlija kurz vor der Pause und ohne Ansage liess das Pendel jedoch auf die Seite der Basler ausschlagen. Bot die erste Hälfte noch eher langweiligen Fussball, so ging es nach der Pause rund. Am Ende freute sich das Heimteam über den letztlich verdienten, aber zu deutlich ausgefallenen Erfolg.

Fussball muss nicht immer logisch sein. Auf dem gewohnten Kunstrasen gibt Black Stars in der Regel vom Anpfiff weg den Ton an. Geplant war es auch gegen Solothurn, das mit einem Sieg bis auf drei Punkte an den Basler Quartierklub herangerückt wäre. Nur durchkreuzte FCS-Trainer Thomas Binggeli das Vorhaben der Platzherren. «Wir wussten, wie die Basler auftreten und deshalb wollten wir ihr Spiel erst gar nicht entstehen lassen.» Die Stärke des Gegners mit deren Waffen kontern. «Wir hatten anfangs unsere Probleme mit dem System der Gäste. Es brauchte zu lange, bis wir uns darauf einstellen konnten», gab BS-Trainer Branko Bakovic zu. Torhüter und Captain Steven Oberle sah den Grund dafür, dass man zu lange nicht Gegensteuer geben konnte, in «mangelhafter Kommunikation. Die Mittelfeldspieler beklagten, dass wir nicht hinten herausspielen konnten. Sie hätten früher klar organisieren müssen.» Die Basler konnten sich gegen Ende der ersten Halbzeit, die von vielen Fouls und hitzigen Diskussionen geprägt war, in der gegnerischen Spielhälfte festsetzen. Dennoch, der Führungstreffer kam beinahe wie der Blitz aus heiterem Himmel. Ein Zuspiel in den Rückraum verwertete Fazlija mit einem trockenen Flachschuss aus rund 25 Metern. «Manchmal darfst du nicht gross überlegen. Ich sah den Ball kommen und hielt einfach drauf», gibt Fazlija zu. Nicht clever war dann, dass die Basler Spieler den Torerfolg ausgerechnet vor den mitgereisten Solothurner Fans feierten. Provokation mit Gegenprovokation quittieren ist nie ein probates Mittel. Nach kurzer Aufregung beruhigte sich die Szenerie jedoch und Zuschauer wie Spieler konnten sich wieder dem Fussball widmen.

Zwei Doppelschläge

Die zweite Halbzeit verlief gleich von Beginn weg animierter. Die Basler hatten das Spielgerät nun mehr in den Füssen. In der 54. Minute ging ein Raunen durch die rund 550 Zuschauer. Auf eine Flanke von der rechten Seite lenkte Sebastian Gerspacher den Ball Richtung Tor und Oberle konnte reaktionsschnell mit den Fingerspitzen den Ausgleich verhindern. Sieben Minuten später kam Fazlija rund 20 Meter vor dem Tor an den Ball und setzte ihn, nach demselben Strickmuster wie vor der Pause, in die Maschen. Es war die entscheidende Phase mit den Haupt-Protagonisten des Spieles. Solothurn musste nun mehr Risiken nehmen und ermöglichte Black Stars deren gewünschtes Spiel. In der 69. Minute hätte Dino Babovic beinahe ein «Tor des Monats» erzielt. Er schraubte sich in die Luft und beförderte das Spielgerät per Hacke Richtung Tor. Severin Fankhauser, der bei den Distanzschüssen machtlos war, war jetzt zur Stelle. Dann entschied ein Doppelschlag das Spiel. Zuerst ahndete der Schiedsrichter eine Aktion, bei der Ian Schläppi der Ball an den Arm flog, mit Elfmeter. Babovic trat an und erhöhte auf 3:0. In der 79. Minute wechselte Bakovic Stürmer Aleksandar Rmus ein und keine Minute später vollendete der ein Zuspiel von Dominik Spaqi zum 4:0. «Die Basler sind halt abgezockt, brauchen nicht viele Chancen», meint Binggeli gefasst. «Wir waren ja auch beim 0:2 noch im Spiel. Aber einige meiner Spieler verloren dann die Geduld, wurden offensiver und schon stimmten die Abstände nicht mehr.

Black Stars ist individuell besser besetzt und das nutzten sie in jener Phase.» Solothurns Spieler gaben dennoch nie auf. Nur zwei Minuten nach dem vierten Gegentreffer schoss Sofian Domoraud am hinteren Strafraumeck den Ball volley in die Maschen. Und die Gäste blieben dran. Der eingewechselte Mica Zimmermann schlenzte das Spielgerät in die rechte obere Ecke. «Als Torhüter studierst du immer über Gegentore, ob du gewonnen oder verloren hast», ärgerte sich Oberle über diese beiden Treffer. Es blieb dann aber beim 4:2. Solothurns Captain Marco Mathys war enttäuscht. «Wir haben lange sehr gut gespielt, waren aber zu wenig Effizient. Nach der Pause waren wir hinten zu offen und wurden dafür eiskalt bestraft.» Er schaute auf den Boden und meinte trocken: «Nein, Kunstrasen ist wirklich nicht mein Ding.» Um einiges besser war natürlich die Gemütslage der Basler. «Es ist schön, wenn es läuft und dann auch noch mit zwei Toren. Ich versuch aber immer dem Team zu helfen, mehr nicht», wollte Fazlija sich nicht als Matchwinner sehen. Bakovic schaute kurz über den Platz und ein Lächeln huschte ihm übers Gesicht. Er macht nie grosse Worte, ob bei Siegen oder Niederlagen. «Ich freue mich für das Team. Wir alle spürten, dass es anfangs nicht so ging wie wir wollten. Das ist aber auch eine Stärke, wenn du in einer solchen Situation gegen einen starken Gegner die Nerven behältst und einen Gegentreffer verhindern kannst.» Dass die Führung glücklich war, verneint der erfahrene Trainer nicht. «Massgebend war, dass wir nach der Pause zulegen konnten. Wir haben uns die Tore verdient. Dass dann noch zwei Gegentore fielen, naja, das hängt auch mit der klaren Führung zusammen. Aber auch daran wird gearbeitet. Jetzt schauen wir aber schon nach Rotkreuz, unserem nächsten Gegner.» Damit haben die Basler Platz eins, punktgleich (32) mit Delémont, verteidigt. Was wichtiger ist: bereits klafft eine Lücke zu Concordia und Schötz, die beide 26 Punkte aufweisen.