FC Black Stars 1907
 
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Die Black Stars durchbrechen die Negativspirale

Der Basler Quartierverein musste eine miserable Rückrunde und den Abstieg aus der Promotion League bewältigen. Das geschah mit einigen Kadermutationen, aber vor allem mit guten Trainings und Testspielen. Mit dem 2:0 Heimsieg gegen Aufsteiger SC Dornach konnte die Negativspirale durchbrochen werden. Vieles scheint jetzt möglich. Die Solothurner dagegen hatten keine gute Vorbereitung und gerieten früh in Rückstand. Die Leistungssteigerung nach der Pause sollte dem Team jedoch Mut machen, dass ein Mittelfeldplatz realistisch ist.

«Es tut gut Tore zu erzielen und noch besser Spiele zu gewinnen. Das Ende der letzten Saison ist raus aus den Köpfen, aber am Ende zählt nur das Ergebnis in einem Ernstkampf.» BS-Trainer Branko Bakovic war sich seiner Sache vor dem Derby so ganz sich auch nicht. Beim Aufwärmen der Spieler stand abseits auch ein nachdenklicher Dejan Rakitic. Die Vorbereitung hatte ihm nicht gepasst. Er hatte kaum alle Spieler im Training und Testbegegnungen wurden beinahe mehr abgesagt als gespielt. «Der Test in Muttenz gab mir wichtige Informationen. Gut möglich werden wir gegen Ende des Spieles zu wenig Luft haben, aber ich bin dennoch zuversichtlich. Qualität hat diese Mannschaft.»

Vor einer ansehnlichen Zuschauerzahl – nicht nur der Kunstrasen war neu, sondern auch die Spielerbänke und eine Erhöhung für die Zuschauer, so dass Längsseitig des Spielfeldes die Begegnung besser verfolgt werden kann – übernahmen die in orangenem Dress spielenden Basler gleich das Kommando. Besser hätte es sich Bakovic kaum vorstellen können: der Start gelang seinem Team so gut wie nach Wunsch. Enis Fazlija schaut kurz hoch und schiesst – nach 104 Sekunden war er der erste Torschütze des Basler Quartierklubs in der ersten Liga. Nach 14 Minuten setzten die Städter die Defensive der Gäste arg unter Druck und nach zwei Rettungstaten von Emre Sahin war es Tobias Mumenthaler, der auf 2:0 erhöhte. Bakovic schüttelte trotz Führung jedoch immer wieder den Kopf. «Ein 2:0 ist gefährlich, das weiss jeder der Fussball spielt. Wir spielten uns Torchancen heraus, nutzten diese jedoch nicht.» Ihm passte auch nicht, dass plötzlich die Zweikämpfe nicht mehr mit ganzem Einsatz geführt wurden. Das Heimteam kontrollierte das Spiel zwar, aber «mit mehr Effizienz hätten wir zur Pause das Spiel entscheiden müssen», meint Bakovic. Denis Pergjoka scheiterte zweimal alleine vor Sahin. Der Dornacher Schlussmann war denn auch der beste Spieler seines Teams und hielt die Rakitic-Equipe bis zum Abpfiff im Spiel.

Auf Beginn der zweiten Hälfte wurde eine Reaktion der Gäste erwartet. Vorerst aber blieb Black Stars am Drücker. Doch dann kam die Szene, welche den Spielverlauf plötzlich hätte auf den Kopf stellen können. Pergjoka versuchte sich rechts durch den Strafraum zu kämpfen, als er plötzlich fiel. Einige Kinder rannten in Erwartung des Elfmeters bereits hinter das Tor. Der Schiedsrichter zeigte Pergjoka jedoch die gelbe Karte und liess die rote folgen, weil er ihn kurz vor der Pause bereits verwarnte! Der Unparteiische sah eine «Schwalbe». Ein umstrittener Entscheid. Der neue Basler Stürmer war der einzige seiner Equipe, der verwarnt wurde. Und er stand mit einer zerrissenen Hose vor dem Unparteiischen. Ohne Kontakt wäre dies kaum möglich gewesen. Die Solothurner nutzten die Überzahl und die kurzfristige Verunsicherung beim Heimteam. Das Rakitic Team bekam mehr Zugriff auf das Spiel, hatte mehr Ballbesitz, aber keine Top-Chancen. Die hatte weiterhin Black Stars. In der 54. Minute brachte Abdel Fahdy im Anschluss an einen Eckball Ricardo Silva zu Fall. «Das war kein Elfmeter», ereiferte sich der Dornacher, der ein starkes Spiel machte. Sahin wehrte jedoch den von Robin Adamczyk getretenen Ball zur Seite. «Wir haben momentan Mühe mit den Penaltys», ärgerte sich Bakovic.

«Wenn Dornach der Anschlusstreffer gelungen wäre, hätten wir eine heisse Schlussphase erlebt», sprach Bakovic aus, was viele dachten. Bei einem Kopfball von Bojan Saponja und einem seitlich abgegebenen Schuss von Mustafa Muharemovic kam Dornach dem Anschlusstreffer nahe. Die Städter hatten in der 76. Minute jedoch eine weitere Top-Möglichkeit. Yves Jankowski wurde auf der linken Seite lanciert. Er setzte sich gegen Elias Kägi durch, hatte aber nicht mehr die Kraft, selbst ins 1:1 gegen Sahin zu gehen. Er legte das Spielgerät nach rechts zum mitgelaufenen Silva, der den Ball an Sahin, aber auch am Tor vorbeizog. Rakitic stellte in der 81. Minute auf eine Dreier-Abwehr um und versuchte den Druck zu erhöhen. Die Basler brachten die Führung in den verbleibenden Minuten aber recht sicher ins Trockene. «Der Start ist gelungen, da bin ich froh. Aber wir haben noch Arbeit vor uns», zog Branko Bakovic sein Fazit. Bei Dornach waren die Gründe für die frühen Gegentore rasch lokalisiert. «Wir wussten nicht recht, was uns erwartet in dieser Liga und hatten in der ersten Hälfte einfach zu viel Respekt. Es braucht noch etwas Zeit, aber ich bin nach diesem Spiel zuversichtlich, denn die zweite Hälfte war gut und wir hatten Luft bis zum Ende», so Abdel Fahdy. Auch für Rakitic war zu viel Respekt vor dem Gegner, der vor einem Jahr noch zwei Ligen höher spielte und bis auf zwei Positionen mit Promotion League erfahrenen Spielern begann, der Hauptgrund. «Wir konnten uns aber zusehends steigern und waren nach der Pause richtig gut. Es fehlte das Anschlusstor, dann wären wir voll im Spiel gewesen. Deswegen kann ich mit dem Ergebnis, trotz guter Leistung, nicht zufrieden sein. Ein Punkt wäre möglich gewesen.» Wenn der Konjunktiv bemüht werden soll, dann auch auf der Gegenseite. Hätten die Orangen ihre Top-Chancen genutzt, respektive Sahin keinen derart starken Tag erwischt, man müsste von einem deutlichen Startsieg sprechen.

Gespannt war man auch, wie sich die beiden Rückkehrer Artan Shillova und Deny Gomes auf dieser Stufe halten würden. «Ich hatte in der Vorbereitung noch etwas Mühe. Das Engagement bei Dardania war natürlich kein Vergleich zu dem, was wir jetzt hier haben. Es war aber schon nicht so, dass wir nur ab und zu spielten und sonst nichts machten. Ich hielt mich immer fit.» Und das sah man. Shillova hatte viele gute Szenen, bis er in der 68. Minute ausgewechselt wurde. «Allen war klar, dass wenn ich zurückkomme, dann richtig. Ich mach keine halben Sachen.» Die Black Stars müssen am kommenden Samstag nach Bassecourt, während Dornach um 16 Uhr zuhause Concordia BS empfangen kann.